Altersversorgung

Wohlstand im Ruhestand: Wie schaffe ich das?

Finanzen Frauen

 

Interview mit Thomas Jörder:

Vom Banker zum Aufklärer! Thomas Jörder berät seit fast 30 Jahren Kunden bei der Anlage ihres Geldes und seit 2003 auch als selbständiger Finanzplaner. Dank seines umfangreichen Wissens klärt er auf und bietet das Besondere: Finanzberatungen mit Weitblick!

Wie erreichen wir noch eine gute Altersvorsorge?

Thomas Jörder: Sie sorgen für den Durchblick im Finanz-Dschungel. Es gibt unendlich viele Angebote, aber das Vertrauen dazu ist minimal. Wie sollen wir Frauen unsere Altersvorsorge denn noch aufbauen und absichern?

Wenn man sich dem Thema Finanzen  nähert, ist man sicher gut beraten damit, sich einen professionellen Ansprechpartner zu suchen.

Viele Menschen zieht es in erster zu ihrer Hausbank – denn dort ist man ja bekannt.

Was man allerdings bedenken sollte: meist sind Berater bei einer Bank an Hausprodukte und eine Produktvorgaben gebunden. Nicht die besten Rahmenbedingungen für eine unabhängige und maßgeschneiderte Vorsorgelösung.

Meine Empfehlung ist es daher, sich von einem unabhängigen Berater beraten zu lassen. Eine für mich sehr wichtige Frage dabei: hat der Berater einen Ruf zu verlieren? Und strebt er eine langfristige Zusammenarbeit an? Wenn ein Finanzberater schon viele Jahre dieselbe Wirkungsstätte hat, ist das schon einmal ein guter Hinweis.

Wenn er in einem ersten Gespräch viel fragt und gut zuhört ist das ein weiteres Indiz, bei diesem Berater gut aufgehoben zu sein. Wichtig ist, dass der Berater meine Situation als Kunde verstanden hat.

Gerne würden wir den Finanzmarkt verstehen, damit wir größeres Vertrauen aufbauen können. Können Sie uns das in wenigen Sätzen (Thomas max 5 -6 Sätze) verständlich erklären?

Thomas: „Den Finanzmarkt in wenigen Sätzen verständlich erklären“ – na wenn das mal keine Herausforderung ist. Ich würde dabei mit der Entstehung von Geld beginnen, denn das ist der Schlüssel zu allen anderen Anlageformen.

Geld wird von Banken erzeugt im Zuge der Kreditvergabe. Allem Geld stehen also genauso viele Schulden gegenüber. Und so werthaltig, wie diese Schulden sind, so werthaltig ist unser Geld.

Nun haben wir seit Jahren weltweit eine stetig steigende Verschuldung. Wie lange werden die Schuldner diese Schulden noch bedienen können und unserem Geld damit seinen Wert verleihen?

Als unsere Kanzlerin im Jahr 2008 Zuge der Lehmann-Krise vor die Fernsehkameras trat und den Menschen versicherte, dass ihre Spareinlagen „sicher“ sind, ist wahrscheinlich der ein oder andere zum ersten Mal mit dem Gedanken konfrontiert worden, dass unsere Spareinlagen vielleicht auch „nicht sicher“ sein könnten. Und es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte gewesen, dass Geldvermögen entwertet wurden. Im Laufe der letzten Jahrhunderte ist das immer wieder passiert – Bargeld, Kontoguthaben, Sparbücher, Lebensversicherungen. Einfach wertlos von heute auf morgen.

Sachwerte dagegen waren auch nach Geldentwertungen noch „da“ und hatten einen Wert, z.B. Aktien (= Unternehmensanteile), Immobilien, Gold & Silber, Schmuck.

Da seit besagter Lehmann-Krise weltweit immer mehr Geld gedruckt wird, was gleichzeitig auch zu einer stetig wachsenden Weltverschuldung führt, sollte man als Anlegerin derzeit verstärkt in Sachwerte investieren.

Bewertet werden viele dieser Sachwerte allerdings wiederum in Geld, z.B. Aktien oder Gold an der Börse. Diese Geldwerte schwanken mehr oder weniger stark – das muss man als Anleger dann aushalten.

Da bei einer längerfristigen Anlagestrategie das „Durchhalten“ entscheidend ist, sollte man sich mit den möglichen zukünftigen Schwankungen der gewählten Anlagestrategie beschäftigen – so kann z.B. ein Risikomanagement helfen, solche Schwankungen zu begrenzen. Damit man als Anleger auch in schwierigen Zeiten ruhig schlafen kann.

Wenn Geld aus Schulden entsteht und die Politik nun ein Schuldenproblem lösen möchte, was bedeutet das dann für unser Geldsystem?

Thomas: Das was ich oben beschrieben hatte: sollen auf der einen Seite Schulden reduziert werden – ganz egal wo oder wessen – bedeutet das gleichzeitig, dass an irgendeiner anderen Stelle im System auch Geldvermögen reduziert werden müssen. Anders geht es nicht.

Das kann entweder „auf die sanfte Tour“ geschehen – über Inflation. Wobei die offizielle Inflationsrate durch gewisse „Maßnahmen“ in der Regel deutlich niedriger ist als die tatsächliche Geldentwertung.

Oder im Zuge von „Enteignungen“ – zum Beispiel durch einen „Bail –In“ – die Rettung einer Bank mit den Kontoguthaben ihrer Kunden – oder einen Schuldenschnitt – z.B. in Griechenland bei den Staatsanleihen. Besitzer von griechischen Staatsanleihen mussten quasi über Nacht auf Teile ihrer Forderungen verzichten und wurden so enteignet.

Für Lebensversicherungen, die über Anleihen auch schwerpunktmäßig in Geldwerte investieren, gibt es z.B. einen § 314 VAG, der bereits heute „für den Fall der Fälle“ den rechtlichen Rahmen für eine Beschneidung von Versicherungsleistungen schafft.

In was können wir denn überhaupt noch vertrauen und wie vermeiden wir Verluste bei unseren Geldanlagen?

Thomas: Wichtigste Regel: Wer gut streut, rutscht nicht so leicht aus!

Wer neben einer Streuung auch noch ein Risikomanagement in seine Anlagestrategie einbaut, kann sich noch besser vor Verlusten schützen.

Ein solches Risikomanagement gibt es allerdings nicht zum Nulltarif – und Kosten gehen zu Lasten der Rendite. Auch das muss man wissen.

Gleichzeitig sollte man auch den Überblick über seine verschiedenen Anlagen behalten. Das alles zusammen kann schon eine echte Herausforderung sein.

Ein guter Berater sollte sich mit den verschiedenen Strategien auskennen und entsprechend beraten können.

Und wie erzielen wir eine gute Rendite mit unseren Geldanlagen?

Thomas: Mit Zinsanlagen ist heute keine Rendite mehr zu erzielen. Der Fokus sollte daher Richtung Sachwertanlagen / Aktien gehen.

Ganz wichtig: Durchhalten!

Wer Schwankungen nicht aushält, läuft Gefahr, zum ungünstigsten Zeitpunkt die Reißleine zu ziehen – und schneidet sich damit in der Regel von den Renditen der Zukunft ab. Ein eingebautes Risikomanagement kann hier beim Durchhalten helfen.

Wer regelmäßig spart, vermeidet außerdem das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu investieren. Auch das verleiht der eigenen Anlage Stabilität.

Und nicht zuletzt sind es auch die Kosten einer Anlagestrategie, die für einen langfristigen Anlageerfolg eine Rolle spielen. Auch hier sollte ein guter Berater detailliert Auskunft geben.

Frauen, die auf der Suche nach einer passenden Geldanlage sind, stehen vor einem großen Labyrinth: Geldwerte? Sachwerte? Lebensversicherung? Immobilien? Gold? Investmentfonds? Wie sollen wir vorgehen?

Thomas: Sicher ist es sinnvoll, sich über das ein oder andere einzulesen und Begriffe wie die oben genannten grob einzuordnen wissen. Zu einigen habe ich oben ja auch schon etwas geschrieben.

Das Wissen um die Begriffe sagt allerdings noch nichts über die Geeignetheit für die eigene Anlagestrategie.

Ich würde daher vielleicht einen umgekehrten Weg vorschlagen: sich vom Berater sinnvolle Bausteine heraussuchen lassen und sich erklären zu lassen, wieso er gerade diese Anlage ausgewählt hat.

Im Nachgang kann man sich dann mit den vorgeschlagenen Anlagebausteinen ausgiebig vertraut machen. Jeder Produktanbieter muss heutzutage ausführliche Informationen zum eigenen Produkt liefern.

Und bei Fragen Unklarheiten und Fragen natürlich immer fragen.

Können Sie uns jetzt schon einen guten Tipp geben?

Thomas: Nichts überstürzen! Bei einer langfristigen Anlagestrategie läuft nichts weg. Und nur das abschließen, was man auch verstanden hat.

Wer kann uns denn tatsächlich neutral, zielführend und fachkundig beraten?

Thomas: Wie oben bereits beschrieben gibt es eine Vielzahl unabhängiger Finanzberater. Nicht selten haben sich diese nach einer Bankerlaufbahn von dort verabschiedet und sind in die Selbstständigkeit gegangen.

In der Regel findet man bei solchen Beratern fundiertes Know-How und eine Orientierung auf eine langfristige Kundenbeziehung gleichermaßen. Sehr gute Voraussetzungen für eine für beide Seiten erfreuliche Zusammenarbeit.

Sie sagen: „Ein guter Finanzberater übersetzt Ihr Leben in Ihre Finanzen!“ Was meinen Sie damit?

Thomas: Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich auf Ihre vorherige zurückkommen:

Geldwerte? Sachwerte? Lebensversicherung? Immobilien? Gold? Investmentfonds? Wie sollen wir vorgehen?

Thomas Jörder

Das Nennen von Schlagworte zu Geldanlagen bringt in der Regel wenig. Wichtig ist, dass diese Instrumente für die eigene Geldanlage sinnvoll eingesetzt werden – egal wie sie heißen. Und das ist die Aufgabe eines Finanzberaters. Er „übersetzt“ die einzelnen Fachbegriffe in das Anforderungsprofil seiner Kundin und erklärt diese optimalerweise verständlich und ohne Fachchinesisch.

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on telegram
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email