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Welche Hilfe gibt es bei Wechseljahrsbeschwerden?

Wechseljahre Hormone SH

Interview mit Sabine Hauswald:

Sabine Hauswald ist erfolgreiche Buchautorin und die Expertin für „Hormone in Balance“ und „ganzheitliche Schilddrüsengesundheit“.
Als Heilpraktikerin und Gesundheitscoach begleitet sie Frauen aus hormonellen Achterbahnfahrten hinein in eine gesunde und kraftvolle Lebensqualität!

Frage: Welche Hilfe gibt es bei Wechseljahrsbeschwerden?

Sabine Hauswald: Sie sind Hormonexpertin, Heilpraktikerin sowie Gesundheitscoach und begleiten Frauen (und auch Männer) mit hormonellen Störungen, Wechseljahresbeschwerden, Schilddrüsenfehlfunktionen, Autoimmunerkrankungen, Nebennierenschwäche, „Post-Pill-Syndrom“ usw.
Die Wechseljahre sind eigentlich faszinierende Jahre, wir erkennen immer mehr unsere innere Weisheit. In einer Zeit vieler Umbrüche haben wir besondere Chancen, uns neu zu entdecken und auszurichten. Die Wechseljahre bringen für viele Frauen wunderbare Seiten. Ungefähr ein Drittel aller Frauen erleben die körperlichen Veränderungen jedoch mit behandlungsbedürftigen Beschwerden.

Frage: Was würden Sie den Frauen raten, damit keine Wechseljahrsbeschwerden aufkommen?

Sabine Hauswald: Warten Sie bitte nicht bis in Ihre Fünfziger Jahre, um sich mit Ihren Hormonen und den Wechseljahren zu beschäftigen. Diese Jahre kündigen sich mit der sogenannten Perimenopause circa ab 35 bis 50 – individuell nach Frau – schon deutlich früher an und geben Ihnen die Möglichkeit, frühzeitig darauf zu reagieren. Zudem ist ein ausgeglichener Lebensstil, harmonische Beziehungen, ausreichende Selbstfürsorge und gelebte Authentizität enorm wichtig.

Frage: Woher kommen die Beschwerden in den Wechseljahren, insbesondere die Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Gewichtszunahme?

Sabine Hauswald: Diese Beschwerden betreffen nicht alle Frauen – es gibt durchaus Frauen, die keinerlei Wechseljahrsproblematiken durchmachen und deren Lebensqualität dadurch nicht beeinträchtigt ist. Im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass die aufgeführten Beschwerden auf den altersbedingten, vollkommen natürlichen Rückgang insbesondere der Sexualhormone auszumachen sind. Frauen, die schon häufig gesundheitliche Herausforderungen vor der Menopause zu meistern hatten, sind für Wechseljahrssymptome meist anfälliger. Das zeigt die tägliche Praxis sehr klar. Auch geht man davon aus, dass eine gute Leberfunktion wie ein gesunder Darm wichtige Stellgrößen in der Menopause darstellen, die es zu beachten gilt und die durchaus zu mehr Beschwerden führen können, wenn hier Funktionsstörungen vorliegen.

Frage: Woran erkennen wir, dass wir „im Wechsel“ sind? Und wann sollten wir uns Hilfe holen?

Sabine Hauswald: Der Begriff „im Wechsel sein“ ist ein eher volkstümlicher und umfasst keine klare Zeit-oder Symptombeschreibung. Hier müsste man sich eher unter dem medizinischen Begriff „Menopause“ oder „Klimakterium“ einordnen, der klarer definiert ist: die Menopause beginnt mit der letzten Monatsblutung und gilt definitiv eingesetzt, wenn ein Jahr seit der letzten Menstruation vergangen ist. Die Menopause ist eine eigene Lebensphase und kann zwischen 6 und 13 Jahren umfassen.
Hilfe sollten wir Frauen uns holen, wenn wir Beschwerden haben, die unsere Lebensqualität beeinträchtigen und/oder auch psychische Symptome vorherrschen, mit denen wir nicht gut alleine zurechtkommen. Hilfe muss nicht immer gleich den Gang zu einem Arzt oder Therapeuten bedeuten, häufig sind hier auch ein guter Coach mit einer herausragenden Coachingmethode eine fantastische Begleitung durch diese Jahre! Wichtig ist, dass Sie genau hinsehen, wem Sie Vertrauen in dieser besonderen Zeit schenken. Wertvoll ist auch immer ein Team von Helfern – individuell für Sie zusammengestellt. Unterstützen können wir Frauen uns auch gegenseitig in dieser Lebensphase, indem wir uns miteinander verbinden. Wenig förderlich ist Isolation und Rückzug.

Frage: Was können wir bei leichten bis mittleren Beschwerden machen?

Sabine Hauswald: Die erste Maßnahme kann sein, sich genauer zu beobachten und herauszufinden, sind es in der Tat Beschwerden, die mit dem „Wechsel“ zu tun haben? Hier kann auch ein erstes Gespräch mit einem Fachmann gesucht werden. Ansonsten stehen eine Reihe von Optionen zur Verfügung, die alle individuell angesehen und angepasst bzw. erforscht werden sollten: z. B. Kneipp`sche Wechselgüsse, Saunagänge (Ausnahme bei Hitzewallungen – hier bitte fachlichen Rat einholen!), Trockenbürsten, Darmsanierung, Leberpflege, Optimierung der Schilddrüsenleistung, Stressreduzierung, körperliche Ertüchtigung wie Yoga, Pilates, Walken, Laufen u. a., Ernährungsumstellung, Vital- und Nährstoffoptimierung. Natürlich kann man auch das ein oder andere pflanzliche Mittel – je nach Symptom – versuchen. Auch hier rate ich dazu, sich Fachkompetenz als Unterstützung bei der Auswahl zu holen. Es sind viele Präparate am Markt – mit Beratung und individuellem Blick ist hier meist zeitnaher und effektiver ein Ergebnis zu erzielen.

Frage: Können alle Beschwerden naturheilkundlich gelindert werden?

Sabine Hauswald: Da die Menopause eine naturgegebene Phase im Leben einer Frau ist, ist meine Antwort hier klar ein JA – sofern man auch lebensstil- und lebensverändernde Maßnahmen mit in naturheilkundliche Begleitung hinzu zieht. Für mich ist das dann eher eine ganzheitliche Betrachtung dieser Lebensphase, die ich auch als Wandelphase für die Frauen ansehe, in der es bei weitem um mehr als nur körperliche Veränderungen geht. Kann die Seele sich entfalten und atmen, dann gehen ganz natürlich auch körperliche Symptome zurück bzw. lösen sich auf.

Frage: Was empfehlen Sie bei starken Hitzewallungen?

Sabine Hauswald: Starke Hitzewallungen sind für die betroffenen Frauen eine große Herausforderung und in der Regel eine starke Beeinträchtigung Ihrer Lebensqualität. Mein Ansatz ist, erstmal organisch komplex zu denken und körperlich alles auszuschöpfen, was hilfreich sein kann: häufig darf die Leber deutlich entlastet und entgiftet werden, dem Darm muss Aufmerksamkeit geschenkt werden UND einer gut arbeitenden Schilddrüse! Warum die Schilddrüse? Weil Sie die Masterdrüse für die Temperaturregelung im Körper ist. Ohne sie findet keine Anpassung der Körpertemperatur statt – funktioniert sie nicht optimal oder hat sie eine Regulationsstarre, kann hierin ein nicht zu unterschätzender Grund für die Hitzewallungen liegen. In der Regel macht es Sinn bestimmte Kräuter einzusetzen wie die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa), den Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) oder auch den Salbei (salvia officinalis). Was individuell zum Einsatz kommt, auch ggf. in Kombination kläre ich mit der Betroffenen in der Begleitung.
Wenn starke Hitzewallungen vorhanden sind, lasse ich in der Regel Laboranalysen der Schilddrüsen- und Sexualhormonwerte durchführen, um ein detaillierteres Bild zu erhalten.
Bei den Betroffenen mit starken Hitzewallungen ist meistens ordentlich „Druck auf dem Kessel“, der nach Entlastung ringt. Schauen Sie auf triggernde Stressoren, welchen Druck Sie förmlich aushalten müssen (JEDER Lebensbereich ist hier zu durchleuchten) und/oder welchen Druck Sie sich selbst aussetzen? Nicht selten finden sich hier Persönlichkeiten mit einem hohen Anspruch an Perfektionismus oder auch Workoholics, die sich kaum eine Pause gönnen und Ihre Selbstfürsorge nicht erst um die 50 vernachlässigen. Sich hier das eigene Verhaltensmuster vor Augen zu führen, ist ein wertvoller Schritt zu einer Besserung.

Frage: Was empfehlen Sie bei starken Stimmungsschwankungen?

Sabine Hauswald: Auf alle Fälle ein erstes Gespräch dazu, um mich im psychisch-seelischen Bereich der Betroffenen zu orientieren und auch differentialdiagnostisch Anderes von Wechseljahresbeschwerden unterscheiden zu können.
Danach meistens eine Laboranalyse von im Gehirn ansetzenden Hormonen und Neurotransmitter wie Serotonin, Adrenalin, Noradrenalin, GABA, aber auch eine Testung des Progesterons und ggf. Pregnenolons und des Verhältnisses der Sexualhormone untereinander.
Ein Progesteronmangel wie eine Östrogendominanz können für Stimmungsschwankungen und neuro-psychische Symptome verantwortlich sein. Ebenso eine Schilddrüse, die nicht ausreichend arbeitet. Dies sollte bei starken Schwankungen der Stimmung meines Erachtens unbedingt abgeklärt werden.
Auch sollte der Darm abgeklärt werden: Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Entzündungen, ein „leaky gut“ (ein durchlässiger Darm) u. a. – ein Großteil des Glückshormons Serotonin wird hier gebildet, ist Ihr Darm nicht in Topform, können sich daraus Schwankungen in der Serotoninsynthese und damit in Ihren Stimmungen ergeben.
Der Vitamin B Status kann u. a. dafür verantwortlich sein, ggf. fehlende Omega 3-Fettsäuren oder zu wenig Entspannung und Ruhezeiten. Die Ursachen können vielschichtig sein und sollten genauer herausgefunden werden.
Bitte holen Sie sich hier unbedingt kompetente Hilfe!

Frage: Es ist erwiesen, dass das Risiko einer Hormon-Ersatzterapie (HET) sehr hoch ist. Gibt es Gründe, die für eine HET sprechen?

Sabine Hauswald: Seit dem Jahre 2002 ringt die gesamte Medizinwelt um eine neue, gesundheitserhaltende Hormonersatztherapie (HET). Für mich gibt es keinen Grund an der klassischen HET festzuhalten, da das Risiko ungleich höher dem Nutzen ist. Eine Form der Hormonsubstitution in körpergleicher Bauweise der Hormone wie es bei den bioidenten Hormonen der Fall ist, ist individuell abzuwägen und häufig sinnvoll wie lebensqualitätsverbessernd. Hier bedarf es noch viel Information und Klärung – auch in Fachkreisen.
Eine natürliche Hormonsubstitution steht z. B. für die Schilddrüse mit dem NDT aus der getrockneten und pulverisierten Schweineschilddrüse zur Verfügung oder mit den halbsynthetisch hergestellten bioidentischen Hormonen aus dem Diosgenin der Yamswurzel. Es gibt Frauen, die in der Perimenopause und der Menopause aufgrund der rückläufigen körpereigenen Hormonproduktion besser durch die Symptome kommen, wenn Sie bioidentische Hormone zuführen. Das muss im Einzelfall immer genau mit fachlicher Begleitung überlegt sein. Hormonsubstitutionen – und seien es auch „nur“ homöopathische Gaben gehören immer in Fachhände.
Das Hormonsystem ist ein fein abgestimmt arbeitendes enorm wichtiges System, das sehr sensibel reagiert.
Mit Gaben von außen kann Positives erreicht werden, aber sie müssen exakt dosiert und auch überwacht werden.

Frage: Wie sehen Sie die Langzeitfolgen des Hormonmangels, insbesondere bezüglich Osteoporose? Und was kann frau vorsorglich tun?

Sabine Hauswald: Die Osteoporose ist definitiv eine der Langzeitfolgen des Hormonmangels ab der Menopause. Allerdings kann frau hier selbstverständlich trotz der weniger verfügbaren Hormone selbst etwas für stabile Knochen und ein gutes Skelettsystem tun.
Hier sei eine ausgewogene Ernährung u. a. mit ausreichend Calcium wie Magnesium genannt. Einen absolut wichtigen Faktor ist ein ausreichend hoher Vitamin D-Spiegel im Körper. Diesen zu überwachen empfehle ich besonders. Bei zu niedrigen Spiegeln ist eine Zufuhr unbedingt notwendig – nicht nur wegen der Knochengesundheit.
Sie sollte auf einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt im Körper achten, da zu viel an Säure auch den Knochen angreift.
Regelmäßige Bewegung und Belastung auf das Skelettsystem sind essentiell. Neuerlich wurde herausgefunden, dass nicht einfach nur Laufen, Gymnastik oder Yoga in Bezug auf die Osteoporose helfen, sondern gezieltes Gewichtstraining. Ein gebrochener Knochen heilt durch intermittierende Belastung, dadurch bildet sich der sogenannte Kallus, welcher den Knochenbruch wieder zusammenfügt und „kittet“. In Anlehnung an dieses Wissen leuchtet das Training mit Gewichten absolut ein.
Die Situation des Darms ist bei der Entwicklung der Osteoporose ebenso entscheidend – hier wird Calcium resorbiert und der Darm ist demnach eine Schlüsselstelle für das Knochenmineral. Liegen hier Entzündungen und eine gestörte Darmflora vor, kann hierin eine weitere Ursache für eine Osteoporose begründet liegen.
Mit einer regelmäßigen Messung der Knochendichte ab den Wechseljahren kann ggf. frühzeitig und doch noch präventiv gegen eine beginnende Osteoporose eingegriffen werden.
Selbstverständlich sind auch bei der Osteoporoseprophylaxe bioidentische Hormongaben während und auch nach der Menopause mit angepassten Dosen anzudenken. Dies ist wiederum im Einzelfall zu erwägen und zu entscheiden.

Frage: Was raten Sie den Frauen, die mit Beschwerden und vielen persönlichen Problemen kämpfen?

Sabine Hauswald: Holen Sie sich liebevolle und kompetente Unterstützung und erleben Sie Schönes zusammen mit anderen Frauen! Sie müssen nicht alles alleine hinkriegen und weiter leiden!

Frage: Wo finden wir Frauen nun, die für uns passende natürliche Hormonberatung? Funktioniert eine Beratung auch über Telefon?

Sabine Hauswald: Mittlerweile kann man regional mit der entsprechende Suche im eigenen Umfeld Unterstützung im Bereich natürliche Hormonberatung und -begleitung erhalten. Wenn Sie nicht fündig werden, fragen Sie beim Arzt, Therapeuten oder der Apotheke vor Ort solange nach, bis Sie die für Sie passende Adresse herausgefunden haben. IHR begleitendes Team zu finden, ist essentiell und wird Sie stärken. Gerne können Sie sich auch an mich wenden. Beratung funktioniert immer auch am Telefon oder auch mit einem Videocall, der heutzutage technisch gut möglich ist. Ist über eine Beratung hinaus eine professionelle Behandlung notwendig, muss diese vor Ort in einer entsprechenden Praxis stattfinden.

Frage: Können Sie den Leserinnen hier ein besonderes Beratungs- oder Behandlungsangebot machen?

Sabine Hauswald: Für die Wechseljahre ins Glück Leserinnen biete ich ein eine kostenfreie individuelle Erstberatung zu Schilddrüse/Hormonsystem. (Einfach unten oder rechts im Gutschein-Feld eintragen und absenden und schon kommt der Gutschein per E-Mail.)

Interview von Daniela Eberl mit Sabine Hauswald

Meine Hormone und ich: Das ist übrigens das neueste Werk von Sabine Hauswald. A must have!

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